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Bankschalter

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©Kathrin Blanke

Frage von A., 53 Jahre
Liebe Expertinnen, zu welcher Anlageform würdet Ihr einer raten, die 28. 000 Euro erbt und dieses gerne vermehren würde? Das Geld soll sicher angelegt sein, muss wahrscheinlich für die Ausbildung des ersten Sohnes in zwei, drei Jahren wieder locker gemacht werden.

Ute Regina Voß antwortet

Liebe A.,

da Du ja sehr klar benennst, um welche Summe es sich handelt und den Zeitraum, in dem das Geld angelegt werden soll, lasse ich die allgemeinen Gedanken zu einem persönlichen Finanzplan beiseite und komme direkt zu Deiner Anlagesumme von 28.000 Euro:

Für Geld, das bis zu einer Dauer von zwei bis drei Jahren sicher angelegt werden soll, empfiehlt sich nur ein Tagesgeldkonto, quasi zum Parken, auch wenn es dort aktuell keine Zinsen oder nur um die 0,1% gibt. Ein ganz kleines bisschen mehr Zinsen bekommst Du auf einem Festgeldkonto: Für 30.000 Euro bei einer Anlagedauer von zwei Jahren kann es bis zu circa 0,86% geben. Das ergäben Erträge in Höhe von 518,22 Euro in diesem Zeitraum. Die wiederum bekommt man generell eher bei ausländischen Banken, und sie sind mit einer Kündigungsfrist versehen. Dabei ist immer zu beachten: Wie und in welcher Höhe ist das Geld durch einen Einlagensicherungsfonds abgesichert?

Das Tagesgeldkonto würde ich separat einrichten. Der Übersichtlichkeit halber und damit klar ist, wofür dieses Geld verwendet werden soll und es nicht für andere Zwecke ausgegeben wird. Wenn „Ausbildung Sohn“ draufsteht, ist die Hemmschwelle höher, für andere Ausgaben darauf zuzugreifen.

Es gibt zwar auch – relativ sichere – Geldmarktfonds. Aber die empfehle ich nie, weil sie selten mehr Erträge als auf dem Tages- oder Festgeldkonto bringen, dazu noch Gebühren kosten und auch durchaus mal, wenn auch relativ gering, im Minus stehen können.

Ab einer Anlagedauer von circa vier bis sechs Jahren rate ich zu Mischfonds. Danach werden Aktienfonds/ETF, Einzelaktien oder Immobilien als Kapitalanlage interessant.

Ansonsten kann man in einer umfangreicheren individuellen Beratung und der damit einhergehenden Betrachtung der gesamten Lebens- und Finanzsituation einer Familie schauen, ob sich da eventuell noch ganz andere, kreative Möglichkeiten bieten, wie zumindest einen Teil des vorgesehenen Geldes mit einer Rendite über dem Inflationsniveau anzulegen und den Kindern eine Ausbildung oder ein Studium zu ermöglichen. Vielleicht gibt es ja noch Großeltern, Tanten und/oder Onkel, die etwas zum Studium beisteuern möchten. Oder Dein Sohn verdient sich Geld dazu. Vielleicht sogar in einem Unternehmen, das zu seinem Studiengang passt.


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