Close

Tatsachenreport

Unberührt

Ich schloss die Tür und setzte mich. Und, fragte sie, wie geht es?
Gut. Sie lächelte, ich auch. Ich kannte sie seit siebzehn Jahren, wir waren zusammen alt geworden. Bis auf  drei oder acht  Jahre Pause hatten wir uns ziemlich regelmäßig getroffen. Ich mochte ihre Hände, ihre Haare und ihren Busen. Der groß war.
Ich malte mir aus, wie ich…
Sie sind heute etwas abwesend, oder?
Nein, gar nicht, sagte ich. Und versuchte mich zu konzentrieren. Ich erzählte alles, bis auf das, worauf es ankam. Ich erzählte von Mama und Papa, das Übliche eben.
Ich erzählte nichts von meinen Träumen.

Im letzten Sommer habe ich – fake news – mit ihrem Mann gevögelt. Sie hat – fake news – zugeschaut.  Als er in mich eindrang, habe ich mir vorgestellt, wie sie die Augen schließt.  Ehrlich gesagt, ich hätte lieber mit ihr gefickt. Ich wäre nicht nur zärtlich gewesen. Aber sie ist nicht lesbisch, deshalb würde sie keinen Sex mit mir haben wollen. Ich bin auch nicht lesbisch. Aber das ist ja komplett egal.
Sie sagt etwas, ich sage etwas, auch im 18. Jahr siezen wir uns höflich.
Jetzt schiebe ich ihren Pullover hoch, ich bin sehr verrückt nach Brüsten, ich will, dass sie ein bisschen stöhnt. Ich spüre dies und fasse das an. Dann kommt sie. Und ich muss raus.
Was nützt der Sex in Gedanken? Alles.
Bis nächsten Montag, sagt sie. Sehr gerne, sage ich. Vor Corona gaben wir uns die Hand.
Ich fahre, immer noch zappelig, nach Hause. Derweil sie, hoffentlich ahnungslos und ungerührt und unberührt die nächste Patientin therapiert.

Maren,  63 Jahre


Der »Sex der Woche« wird anonym veröffentlicht. Wenn Du erzählen möchtest, wie es bei Dir kürzlich war, mail uns (mit Angabe Deines Alters) unter: text@palais-fluxx.de.
Und: Schick uns Deine drei liebsten Sex-Songs für die Playlist!
Schreibt einfach eine Mail

Schönes Schmachten – die Playlist zum „Sex der Woche“


Schönes Schmachten
Die Playlist zum „Sex der Woche“


Close