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Palais F*luxx

Online-Magazin für Rausch, Revolte, Wechseljahre

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Tatsachenreport


Begenung mit G.

Gleich beim ersten Date dachte ich, den will ich anfassen.
Das Anfassen war gut, das Küssen erst recht. 
Wir schlangen uns mit maximalem Körperflächenkontakt umeinander. 
Er machte mich am Anfang so verdammt verrückt, dass ich kaum meinen Alltag schaffen konnte vor lauter Gedanken an ihn.
Wir trafen uns fast zwei Jahre lang rund um meinen 50. Geburtstag.
Es knallte auf verschiedenen Ebenen. 
Er arbeitete als Seelsorger und nannte sich auch Philosoph, aber so wie der Schuster die schlechtesten Schuhe hat, war er nicht in der Lage, seine Spiegelneuronen privat zu benutzen. Sobald der Körperkontakt gelöst war, schwand alles Zugewandtsein.
Obwohl ich bei unseren innigen Begegnungen nicht gekommen bin, war der Genuss groß, ich sah und spürte kurz vor knapp auf diversen Plateaus Farbfelder und Farbwellen und mochte das ebenso wie das Spüren und Hören seines Höhepunktes. 
Er kam – klassisch – immer, beschrieb die Lichter im Kopf, wir fanden gute Worte für das gemeinsame Erleben und strichen uns beim Berichten über Lenden und Bäuche.
Meinen vaginalen Orgasmus verhinderte er unbedacht, aber doch zielsicher kurz vor knapp, weil er noch nicht kommen wollte. Auch, als ich es ihm sagte. Er wollte sein Happy End einfach noch nicht und verstand nicht, wie nahe wir am Best-of, dem gemeinsamen, waren.  
Erst machte er mich nur verrückt, dann auch wütend.
Einer, der nicht planen will und am Sonntagmittag per SMS fragt, ob ich ihn besuchen kommen mag. 
Einer, der nur einen Stuhl in der Küche hat. 
Einer, der, wenn er fragt: „Möchtest du einen Keks?“, auch wirklich nur einen Keks holt. Oder genau ein Glas Wein. Einer, zu dem keine magenhungrig gehen darf.
G. ist nicht einer, er ist zwei Menschen. Einer, der gar nicht genug Körperkontakt bekommen kann und viel gibt. 
Und einer, der, kaum aufgestanden oder losgelöst, den Humor und den Blick auf sein Gegenüber verliert.
Nach einer Weile fand ich die genau richtige gemeinsame Dosis Körper und Zeit.
Dann verlief es sich. 
Letzten Sonntag trafen wir uns probeweise wieder.
Ich bin gerade von jemand verlassen worden und hielt nach etwas Körpertrost Ausschau.
Doch ich bin von ihm geheilt oder noch wund und ziehe es vor, mir die lustvollen Momente mit mir selbst und mit meinem ersten selbst gekauften Sexspielzeug zu vertreiben.

A., 53 Jahre

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