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Tatsachenreport

Auto Erotik

Meine Frau und ich haben seit bald einem Jahr nicht mehr miteinander geschlafen. So sehr ich mich auch bemühe, ich habe keine Lust mehr. Früher hatten wir es immer sehr schön miteinander und ich habe die Zärtlichkeit und auch die Leidenschaft sehr genossen, aber jetzt ist es, als wäre ein Stecker aus einem Gerät gezogen. Die Gynäkologin meint, das käme manchmal vor, ich solle abwarten, die Lust käme nach einiger Zeit zurück.

Trotzdem, es ist schade und es belastet unsere Beziehung. Für meine Frau ist es schwieriger, denn mir fehlt ja nichts. Ich habe noch nicht einmal mehr Lust, darüber nachzudenken.

Ich bin beruflich viel mit dem Auto unterwegs. Letzte Woche fuhr ich wieder eine längere Strecke. Ich war schon gut anderthalb Stunden gefahren, als es zu kribbeln begann. Ganz plötzlich, von einer Sekunde auf die andere auf der Autobahn fühlte es sich an, als hätte jemand beschlossen, meine Scheide von innen zu beleben. Ich ertappte mich dabei, wie ich den Beckenboden anspannte und lockerließ und das Gefühl dazwischen genoss. Ich legte meine Hand zwischen die Beine auf meine Hose und drückte die Schamlippen. Ich musste mir richtig überrascht eingestehen, dass ich total geil war. Weil ich beim Fahren lieber beide Hände am Lenkrad habe, nahm ich meine Trinkflasche, die auf dem Beifahrersitz lag, und schob sie mir zwischen die Beine, sodass der Verschluss leicht gegen meine Mitte drückte. Ich spielte wieder mit der Muskulatur, genoss den leichten Gegendruck der Flasche.

Ich musste irgendwann von der Autobahn runter und fuhr auf der Landstraße durch den Herbst. Die Flasche lag wieder auf dem Beifahrersitz und irgendwie wurde das Verlangen nach Sex beziehungsweise Befriedigung immer größer. Es fühlte sich animalisch an. Es war das dringende Gefühl, Finger in die Möse gesteckt zu bekommen, die Klitoris gerieben.

Ab und zu gingen von der Straße kleine Wege ab. Ich hatte noch etwas Zeit bis zum Termin und ich dachte, egal, ich mache das jetzt. Ich fuhr rechts ab, fuhr ein Stück den Weg entlang und stellte den Wagen in den sonnigen Fleck zwischen zwei Bäume. Und dann rieb ich mich. Es hatte etwas unglaublich Befreiendes. Ich kam nicht sofort, aber es dauerte nicht lang. Es bahnte sich schön langsam an und breitete sich wie eine große, wogende Welle aus. Aus mir kam ein tiefes, röhrendes, recht lautes Stöhnen. Ich merkte, wie laut ich war, und auch das war befreiend. Als ich fertig war, hatte ich ein wenig Angst, die Augen zu öffnen, weil ich befürchtete, dass jemand neben dem Auto steht und durchs Fenster starrt.

Ich habe es meiner Frau nicht erzählt. Überhaupt bin ich unsicher, was das heißt. Ob sich jetzt was verändert. Ob die Lust wiederkommt. Am meisten aber war ich verunsichert von dem Fremden in mir. Von diesem großen Etwas, das so bestimmt nach draußen wollte, wo ich doch dachte, da wäre nichts mehr.

N. 52 Jahre


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