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F*luxx Galerie Februar

Brigitte Meßmer

Brigitte Meßmer wurde 1958 in Friedrichshafen geboren. Nachdem sie zunächst als Friseurmeisterin und Berufsschullehrerin gearbeitet hatte, begann sie nach einer persönlichen und gesundheitlichen Krise das, was sie schon immer wollte: ein Kunststudium. Heute lebt sie immer noch in Friedrichshafen am Bodensee, unterrichtet Kunst an einem Gymnasium in Teilzeit, gibt Kunstkurse im eigenen Atelier und macht Ausstellungen.

Eine Auswahl



Wann im Arbeitsprozess entsteht der Flow?

Das kann ich so genau gar nicht beantworten. Mal ganz am Anfang, weil es mir gelingt, eine Idee zu meiner Zufriedenheit umzusetzen. Mal zwischendrin, nachdem ich mich durch die Zeichnung gequält habe und dann mit den Materialien experimentiere, entsteht etwas durch Zufall, das mir gefällt. Oder aber – nach langem Rummachen – überschütte ich einfach frustriert das Bild und es entsteht plötzlich etwas ganz leicht.

Manche Künstler*innen sagen, ihre Arbeit sei körperlich sehr anstrengend. Und, tut was weh?

Da ich meine Bilder immer auf dem Boden liegend bearbeite, ist das in meinem Alter schon für die Bandscheiben schmerzhaft. Allerdings merke ich das erst immer beim Aufrichten. Dann komme ich fast nicht hoch und der Kreislauf spinnt.

Welches war Dein Aha-Erlebnis in puncto Kunst?

Meine Arbeiten sind schon immer eher übermalte Zeichnungen, also figurativ. Dies war am Anfang ja überhaupt nicht gefragt. Ich habe mich am Abstrakten abgemüht, aber es war nie zufriedenstellend für mich und zum Schluss habe ich sie immer wieder überzeichnet. Deshalb gab es heiße Diskussionen bei meinen Ausstellungen. Aber inzwischen passt das, und ich habe gemerkt, wie wichtig es ist, sich selber treu zu bleiben.

Gibt es in Bezug auf Deine Arbeit ein Versäumnis, über das Du Dich ärgerst?

Nö! Oder? Keine Ahnung, vielleicht dass ich damals von meinen Eltern aus nicht Kunst studieren durfte und dann an der privaten Kunstakademie später alles selber bezahlen musste. Sich so richtig Zeit für das Studium und die Kunst zu nehmen, wäre schön gewesen, aber es war eben nicht mein Weg. Ich brauche wohl  Kurven und Stolpersteine.

Wenn Du nicht künstlerisch arbeiten würdest, würdest Du…

 unterrichten

Wenn die Arbeit nicht vorangeht, wenn sich nicht das einstellt, das Du zeigen willst – was machst Du?

Aufräumen, umdekorieren, Wände streichen, kochen, Fenster putzen, laufen gehen, Wäsche waschen, Gartenarbeit usw. … dadurch habe ich inzwischen kein Problem mit dem kreativen Knock-out. Früher hat mir das Angst gemacht, aber inzwischen habe ich es schon so oft erlebt … es ging immer wieder weiter …

Welche Kunst-Ikone würdest Du gern treffen? Worüber würdest Du mit ihr reden wollen?

Maria Lassnig. Ich habe Ihre Biografie gelesen und ihre Werke angeschaut und einige Ausstellungen besuchen können. Sie war sehr unbequem und eigen, hatte eine klare Vorstellung und ein ausgeprägtes Gespür für Farben. Ihr Thema war, ihr Körpergefühl in Farben und Formen auszudrücken. Darüber würde ich mich gerne austauschen.

Was bringt Dich zum Leuchten?

Neue Ideen und Projekte umzusetzen. Besonders in Zusammenarbeit mit anderen kreativen Menschen herumzuspinnen, zu sortieren, zu verwerfen, auszuprobieren…

In der Regel kuratiert Silke Tobeler die Ausstellungen unserer Galerie. Alle vier Monate aber überlässt sie diese Aufgabe einer anderen Frau. In diesem Fall Simone Glöckler.

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