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Tatsachenreport

Im Bus

Trotz Corona fahre ich manchmal mit dem Bus. Nicht häufig, aber es kommt vor. Letzte Woche hatte ich eine Fahrt von etwa 15 Minuten. Die Linie, die ich nutze, wird von diesen Ziehharmonikabussen gefahren. Ich steige meist im hinteren Teil ein. So auch dieses Mal. Lieber sitze ich, als dass ich stehe. Ich versuche, nichts anzufassen, das geht im Sitzen besser, als im Stehen, wo man doch manchmal schwankt und schaukelt und dann eine Stange greift, um sich festzuhalten.
Ich hatte mich gesetzt und war schon ein paar Minuten gefahren, als ich bemerkte, dass die Vibrationen, die vom Motor oder dem Reifen – keine Ahnung wovon, in meine Vulva kletterten, total gut waren. Ich saß da und konnte fühlen, wie meine Vulva rosig und prall wurde.
Ich musste gar nicht auf meinem Sitz rumrutschen oder die Muskeln anziehen oder irgend so was. Ich saß einfach auf dem Schalensitz aus Plastik, wurde von A nach B kutschiert und bekam meine Möse massiert.
Das war sehr gut und sehr schön und hat mich einfach gefreut! Was ein toller Service. So ein wunderbares Nichtstun und dabei so gute Gefühle. Durch einen Busbetrieb. Was für eine beglückende Vorstellung: Vulvamassage während man von einem Ort zum anderen gebracht wird. Einfach hinsetzen und die Durchblutung beginnt.
Ich bin nicht gekommen. Dafür hätte ich alles heftiger gegen den Sitz pressen, vielleicht die Position ein wenig wechseln und mit den Muskeln spielen müssen. Aber ich hatte es richtig gut. So, wie wenn man einfach nur daliegt und sehr, sehr gut befummelt wird. Ohne, was tun zu müssen. Keine Gegenleistung erwartet wird. Kein auch-Anfassen. Was in der Regel nicht der Fall ist. In der Regel soll man auch was tun. Ein Geben und Nehmen.
Das ist wirklich toll am öffentlichen Nahverkehr. Die wollen nix. Die vibrieren einen durch ohne etwas zu erwarten. Außer Geld vielleicht. Aber das bekommen sie für den Transport. Alles andere ist Service.

B. 55


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Schönes Schmachten – die Playlist zum „Sex der Woche“


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