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Palais F*luxx

Online-Magazin für Rausch, Revolte, Wechseljahre

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Suite Suzette

Angezogen ist der neue Kink – Suzette Oh hat’s ausprobiert …

Suzette Oh – unsere Kolumnistin weiß, was sie möchte. Jeden zweiten Donnerstag besuchen wir sie in ihrem Boudoir und lauschen ihrem Bettgeflüster

Berkshire ist ein wunderschöner Landstrich in good old England, eine gute Autostunde von London entfernt. In der Grafschaft gibt es nicht nur sanfte Hügel, sondern auch das durchaus sehenswerte Schloss Windsor. Auf dem Schlossgelände leben Prinz William und die Prinzessin von Wales mit ihren Kids. Keine Bange, das wird keine Nachhilfestunde für royale Fans. Sondern ist das Vorspiel für eine sehr interessante Story.

Kürzlich war nämlich in einer der Springer-Gazetten zu lesen, dass eine gewisse Emma Sayle Chefin des Unternehmens Killing Kittens (ein Code-Wort für Selbstbefriedigung) ist. Seit vielen Jahren veranstaltet sie erotische Luxus-Partys, gerne auch mal in Berkshire auf großen Anwesen. Übrigens haben hier die Frauen das Sagen, ob und was passiert. Emma soll seit Schulzeiten und noch immer mit Kate Middleton, also der Königin in spe, befreundet sein. Oops! So sehr ich William und Kate erotische Ausflüge ins Land der hemmungslosen Orgien wünschen würde, um Druck vom royalen Alltag loszuwerden, unterstellen wollen wir hier freilich nichts. Dennoch ist interessant, dass Erotik-Partys immer mehr in der Breite der Gesellschaft anzukommen scheinen. Bei Emmas Partys sollen laut Springer-Gazette Anwälte, Ärzte und Berater gesichtet worden seien, die sich die üppigen Eintrittspreise eben leisten können.

Kaum hatte ich mich von der vielversprechenden Website losgerissen und mich gefragt, ob ich schnellstens meinen Pass erneuern lassen sollte, um mich in England mit der Oberschicht im Kink zu vereinen, stieß ich auf eine weitere Story. „Das passiert auf einer Kinky-Party“ überschrieb die Hamburger Morgenpost eine Reportage, in der eine Journalistin einen Blick hinter die Kulissen einer hedonistischen Party der Reihe „Kinky Galore“ warf. Dort treffen sich Singles und Paare in freizügigen Lack- oder Leder-Klamotten, auch Räume für aktive Player sind vorhanden. Aufregend Neues war – zumindest für mich – hier nicht zu lesen, aber vielleicht bekam die Boulevard-Leserschaft der Wochenzeitung so zumindest ein bisschen Kopfkino fürs Wochenende. Hamburg hat ein deutlich anderes Publikum als etwa Berlin. Während dort in der libertären Szene das Mitmachen selbstverständlich ist, wird in Hamburg gerne auch mal nur in erotisch aufgeheizter Stimmung geguckt und getanzt. Der Sex wird dann wieder eher ins private Umfeld verlagert. Die Partys auf dem Kiez besuchen dabei auch gerne Touristen, eine gewisse Langeweile und Vorhersehbarkeit, was passiert beziehungsweise eben nicht passiert, sind da programmiert. Und da leider auch pandemiebedingt einige sexpositive Clubs zugemacht haben, muss die Swinger-Szene in der Hansestadt gucken, wo sie bleibt.

In meinem Umfeld haben sich die Anhänger und Anhängerinnen des hemmungslosen Parallel-Universums längst neu orientiert. Privat organisierte Parties an wechselnden Orten sind das neue Ding. Jüngst erhielt ich eine Einladung für ein Fest explosiver Sinnlichkeit, das in den Räumen eines Bordells stattfand. Eine ganze Etage wurde für die Freigeister reserviert. Und auch der Dresscode war für eine Überraschung gut. Statt knapp in Dessous oder erotischer Party-Mode sollte man stilvoll angezogen in Abendgarderobe erscheinen und auch bleiben. Während sich Mutti und Vati von nebenan jetzt auf St. Pauli ausziehen, erregte sich das Publikum bei dieser Party am Fummeln, Betasten und Benutzen der eingepackten Körper. Viele gingen übrigens danach fast nackt unter den Mänteln nach Hause, weil die Klamotten die Gier der Nacht nicht überlebt hatten. Angezogen rumvögeln ist also der neue Kink. Ob das wohl auch Kate gefallen würde?


Suzette Oh ist im besten Alter, um die richtige in Theorie und Praxis erfahrene Sexpertin für uns zu sein. Tatsächlich hört sie außerhalb der gedämmten Wände auf einen anderen Namen, möchte aber auch weiterhin die Bestellung für ihre Schwarzwälderkirschtorte zum Geburtstag aufgeben, ohne dass die Verkäuferin kreischt: „Ich kenn Sie! Sie sind die tolle Sex-Kolumnistin!“
Wer jetzt schnell mehr von ihr lesen möchte, klickt auf die Links. Suzette Oh hat nämlich bereits aussagekräftige Bücher veröffentlicht, als da wären ihr „Pussy Diary“ und ihre erotische Phantasien in Bezug auf das Erben eines Hauses. Bzw. ein Hotel der Lust.
Suzette Oh auf Instagram

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