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Soforthilfe gegen den Corona-Blues

Hier gibt die Paar- und Erziehungsberaterin Kerstin Erl-Hegel kleine, praktische Tipps gegen den Koller
Heute: Notfallplan für die Feiertage

Die aktuelle Situation wird immer angespannter, die neue Virusmutation lässt sie noch bedrohlicher erscheinen. Und nun ist auch noch Weihnachten – und unter Umständen die ganze Familie aufm Haufen. Da kann es zu Situationen kommen, in denen Dir die Luft zum Atmen fehlt, Du Dich ungesehen fühlst und Deine Bedürfnisse im Weihnachtstrubel einfach keinen Platz finden. 

Die Menschen aus Deinem Haushalt ärgern Dich so, dass die Wut mehr und mehr in Dir hochsteigt und Du einfach nur noch Brüllen und Wegrennen möchtest.  Wenn die Fantasie auch eine schöne sein mag – Eskalation und Drama sind keine gute Lösung. Um die Situation für Dich aushaltbar oder auch beherrschbar zu machen, überlege Dir Deine persönlichen »Aussteiger«. Etwas, das Dir hilft, der »Tilt« Situationen zu entkommen. Der »Aussteiger« schützt Dich und Dein Umfeld. Er hilft Dir, die anrückende Wut umzulenken, sie zu besiegen und er gibt Dir Zeit, um runterzukommen.

Frage Dich: Was ist mein »Aussteiger«? 
  • –  zum Brüllen in den Keller gehen? 
  • – etwas zerdeppern, durch die Gegend werfen?
  • –  eine Runde um den Block zu gehen? 
  • – eine bestimmte Freundin anzurufen?
  • – ein Blatt Papier nehmen und ohne Nachdenken losschreiben?
  • – ???

Überlege Dir bevor der Trubel losgeht, was Dir helfen würde und bereite es ggf. vor. Sprich mit Deiner Freundin ab, dass Du sie eventuell anrufen wirst. Oder vereinbart ein SOS-Emoji. Leg Dir Papier und Stift bereit. Oder Porzellan, das zu zerdeppern eine wahre Freude sein wird.

Die Möglichkeit im Kopf zu haben, ist oft schon der Anker, den man braucht, um ruhig zu bleiben. Und wenn nicht, ist – zumindest an Weihnachten – im Keller zu brüllen immer noch besser, als im Wohnzimmer.  

Bildmontage: Simone Glöckler
Foto: Pixabay + Streetart F.T.P.

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