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Na Fein!

Sylvia Heinleins Wochenjournal über die Stürme im Wasserglas des Alltags.
Diesmal: Antworten vom Universum

Irgendwo da in der Staubwolke hat das Wunschzentrum des Universums sein Callcenter eingerichtet. Oder Gott sein Headquarter

Heute will ich es knapp halten, klein und knackig wie ein Herbstäpfelchen sozusagen. Es braucht nicht viel Platz, denn es geht um Logik, darin bin ich sehr gut. Also: Neulich bietet mir ein bekannter, seriöser Coach einen Workshop an, um Kontakt mit dem Universum zu finden. „Viele von uns“, schreibt der Coach, „haben Schwierigkeiten, sich mit dem Universum zu verbinden. Wie formuliert man überhaupt eine Frage, auf die das Universum verlässlich antworten kann?“

Nun, da stellen wir uns am besten erst einmal ganz dumm und fragen: „Was genau ist denn das Universum?“ Hingehört und aufgepasst, meine Luderchen, ich schlüpfe nur noch fix in mein „Der fröhlich tanzende Erkläreisbär“-Kostüm: Das Universum kann man auch Kosmos oder Weltall nennen, das ist ihm recht egal. In jedem Fall meint es die Gesamtheit von unendlichem Raum, Zeit, Licht, allen Planeten, Sternen, Galaxien, puffigen Staubwolken plus der Energie des ganzen Kladderadatsches. Zusammengefasst also eine höchst mysteriöse, komplizierte Geschichte mit allen möglichen Beteiligten und Nichtbeteiligten.

Manche Menschen, auch in meinem persönlichen Umfeld, folgern aus diesen Informationen, dass der Kosmos gerne weiterhilft, wenn man ihn bei der Parkplatzsuche oder anderem persönlichen Geraffel um Hilfe bittet. Nun, logisch gesehen kann man das absolut machen, wahrscheinlich sogar schon vor dem Frühstück. Es ist anzunehmen, dass das Universum zeitig aufsteht, wenn Gott noch schläft. Überhaupt ist die Idee von einem Gespräch mit Gott natürlich eine recht unglaubhafte Sache, jetzt mal im Vergleich zur Kommunikation mit einem seriösen Weltall. Von einer in Afrika lebenden Freundin weiß ich übrigens, dass dort Voodoo bei nahezu allen Problemen weiterhilft, es werden dabei allerdings reichlich Hühner geopfert, das muss man mögen. Und nun wollen wir brav den Tag bewältigen, meine Luder, abends vor dem Einschlafen können wir dann ein kleines Vintage-Nachtgebet sprechen. Vielleicht hört Gott zu, falls nicht, sitzt er wohl gerade in einer Ecke und spielt mit Barbiepuppen.

 

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