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Palais F*luxx

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Amor & Psyche

Kunst zum Blättern von Birgitta Thaysen

Cover ©DCV Verlag

Birgitta Thaysen greift mit ihren Porträtaufnahmen in Schwarz-Weiß ein antikes Märchen auf, das wir alle kennen. Amor und Psyche steht stellvertretend für die Sehnsucht nach Liebe und die Verwirrung der Seele.“ Dr. Emmanuel Mir

Darum geht es
Auf 80 Seiten bilden Porträtfotografien das antike Thema „Amor und Psyche“ ab, begleitet werden sie durch Texte des Kurators und Kunstwissenschaftlers Emmanuel Mir.

Silke Tobeler hat Birgitta Thaysen drei Fragen zu ihrem Projekt gestellt und zwei zu ihrem Leben.

Wie kam es zu deiner Auseinandersetzung mit dem Sujet „Amor und Psyche“?
Das Thema drängte sich mir förmlich im Künstlervereins Malkasten in Düsseldorf auf. Dort gibt es einen Raum mit einer aufwendigen Kunsttapete aus dem 19. Jahrhundert versehen, die in zwölf Bildern dieses Märchen erzählt. Und Psyche ist darin eine Frau, die von ihrem Verstand getrieben wird, Amor zu „sehen“ und sich dabei vom Misstrauen anderer leiten lässt. Diese Geschichte ist ein sehr verbreitetes Sujet der Bildenden Kunst und es hat mich gereizt einen „neuen Blick“ darauf zu werfen.

Ich habe bei der Veranstaltung mit dem Titel „Mythos Liebe“ dazu aufgerufen, an meiner Fotoaktion in ebendiesem Raum im Künstlerverein Malkasten teilzunehmen. Jeder konnte mitmachen. Der Zuspruch war groß, denn ich habe an dem Abend an die 40 Portraits geschossen.

Wer ist Amor? Wer ist Psyche? Und warum liegen die auf dem Kopf?
Fotos: ©Birgitta Thaysen

Amor und Psyche stellen sich in der Kunst in der Regel als Duo dar. Deine Fotos porträtieren Einzelpersonen. Wie kam es zu dieser Entscheidung? Und wer ist Amor? Wer Psyche?
Im Kern geht es für mich in dieser Geschichte um die unterschiedlichen Aspekte der Liebe und die Verletzlichkeit der Seele – ein Widerspruch, den jeder Mensch (nicht nur eine Frauen) in sich trägt. Daher habe ich die Besucher auf dem Boden liegend auf einem Berg von Seidenkissen drapiert und kopfüber fotografiert. Die Idee war, dass für den Betrachter des Bildes so ein verwirrender Ausdruck zwischen Hingabe und Zweifel entsteht.

Gab es auch in deinem Leben einen Moment, an dem sich alles geändert hat?
Eigentlich hat sich mein Leben mit dem Entschluss zum Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie grundlegend geändert. Als Künstlerin nehme ich Impulse um mich herum auf und reflektiere sie auf meine Art. Ohne thematische Vorgabe oder einen institutionellen Druck setzte ich mir meine eigenen Ziele – zweckfrei, wie der Beruf des Künstlers gerne genannt wird. Das hört sich nach viel Freiheit an (und ich liebe es ja auch), bedeutet aber auch fest an mich zu glauben, über Grenzen hinwegzugehen und mich immer wieder selbst zu motivieren.

Was sind für dich wichtigsten Dinge für 2021?
Die Pandemie weltweit schnell zu überwinden und an mehr Gerechtigkeit für alle Menschen und an einem schonenderen Umgang mit der Natur zu arbeiten.

Birgitta Thaysen studierte Freie Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf bei Bernd und Hilla Becher. Zu ihren Tehmen gehört die urbane Fotografie, genauso wie das Porträt. Ihre seriellen Bildkonzepte wurden in zahlreichen Ausstellungen einem breiten Publikum gezeigt.
Foto: Prof. Gerhard Hahn


Amor und Psyche, DCV Verlag , 80 Seiten, Deutsch / Englisch, 24,– €

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