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Tatsachenreport



Alles Schöne verboten

Ich sehne mich nach Nähe. Deshalb gehe ich am Freitag nach der Arbeit mal zu Fuß, um das Café mit den Herren in der Mittagspause zu passieren. Auf halber Strecke denke ich „Quatsch! Nimm den Bus.“ Dennoch gehe meiner Intuition folgend weiter und treffe 50 Meter später die Bekannte. Seit Langem – um genau zu sein, seit 24 Jahren – wollen wir uns verabreden und tun das für denselben Abend.

Als ich in der Bar ankomme, sitzen zwei Kerle neben ihr, von denen sie mir einen als meinen Nachbarn vorstellt. Er ist nicht schön, doch für mich sofort anziehend und attraktiv. Er strahlt Lebensfreude und Gutmütigkeit aus, ist aber leider verheiratet und hat Kinder, wie mir die Bekannte erzählt. Trotzdem schaut er immer wieder interessiert zu mir herüber – und ich schaue zurück. Als die Bar schließt, gehen wir als Fünfergruppe zur Bekannten weiterfeiern. Dort wird’s flirtig. Er sei von seiner Frau seit geraumer Zeit getrennt, sagt er mir, aber man lebe der Kinder wegen weiterhin zusammen. Soso. Fazit: Er kommt am Ende des Abends mit zu mir. Wow!

Endlich ein Mann, mit dem ich ad hoc eine Verbindung und Nähe verspüre. Der Sex ist geil und wunderschön. Zwar nicht der Beste aller Küsser, macht er sonst alles richtig! Besonders der hingebungsvolle Oralverkehr und wie er meine Brüste anfasst und küsst, könnte nicht besser sein. Beim Ficken schwitzt er stark, vor Lust lecke ich ihm den Schweiß von der Glatze. Er ist bestens ausgestattet, oben wie unten füllt er mich vollständig aus. Aaaaaaaahachgeilschöööön! Grinsend schauen wir uns in die Augen, wir wollen uns wiedersehen.

Zwei Nächte später werde ich nach intensiven, rauschenden Gesprächen erneut beglückt. Er ist schlicht prima. So unprätentiös, authentisch und frei. Ich finde, er passt zu mir. Das Tollste: Wir tanzen nackt in meinem Schlafzimmer und darum, auch allein nackt vor mir zu tanzen, lässt er sich nicht zweimal bitten. Dabei sieht er auch noch gut aus, denn er hat den Rhythm! Material zum Verlieben, würde man denken, jedoch: Wie auch die letzten zwei Herren, die mir unterkamen, bzw. unter denen ich kam, hat er Krebs. Im Gegensatz zu den anderen unheilbar.

Mein Herz pocht, wenn ich an ihn denke, das Grinsen, wenn ich von ihm spreche, ist nicht zu unterdrücken – verlieben aber darf ich mich nicht! Ist es berechnend, fies und gemein, wenn ich mich, an mein Seelenheil denkend, fürchte? Davor, womöglich nach einiger Zeit einen schwerkranken Geliebten zu haben oder gar zu verlieren? Davor, unter seinem in seiner Situation so wichtigen Zustand des Zusammenlebens mit Frau und Kindern, was für mich eigentlich ein No Go ist, zu leiden? „Verboten! Finger weg!“, sagt der Verstand, aber sind sie bereits verbrannt und das Herz entflammt …

A., 47   


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Schönes Schmachten – die Playlist zum „Sex der Woche“

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