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Palais F*luxx

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Tatsachenreport

Frauen berichten, wie der Sex bei ihnen war



Ach, ach, Liebling

Ich kann nicht schlafen. Warum? Weil ich grüble. Worüber? Na, worüber wohl, die Liebe natürlich. 

Ich liege im Bett mit Corona, zum zweiten Mal, es geht mir aber gut. Bin gelangweilt, wach und allein. Wie schön wäre es, mit dem Mann zu sein. Mit dem, den ich immer anrufen kann, wenn ich gelangweilt bin oder schwach oder wach und allein. Der könnte dann kommen, oder ich zu ihm, oder er in mir, oder wir gemeinsam. Ich läge lieber mit ihm anstelle des Virus im Bett. Am besten wäre gar, er läge immer da. Doch wer ist er? Der Neue, von dem ich nicht weiß, was ich von ihm halten soll? Der Alte, von dem ich mich fernhalten soll? Oder der Fremde, der sich endlich richtig verhalten soll?

Den Alten zurückzusehnen ist leicht. Reine Gewohnheit. Ich muss nur das Unangenehme verdrängen, dann fühlt es sich gleich wieder richtig nach „Liebe“ an. Schön mit dem Müh an Angst und Schmerz, denn blickdicht ist das Tuch der Verdrängung nicht, so wie es immer war. Intensiv und voll Gefahren. Toxisch. Narzisstische Borderliner in On-off-Beziehung – drei Jahre lang. Leidenschaftlich wie nie. So perfekt wie sein Penis in mir fügten sich die Zähne seines Psychozahnrades in die Lücken von meinem. Ein Getriebe des Grauens. Letztlich verließen wir uns aus Vernunft, weil wir nicht mehr konnten. Obwohl wir noch ewig hätten weitermachen können, denn das Gefühl war noch lange nicht verbraucht. Eine Sucht. Aber er ist schön von hinten. 

Suche ich meinesgleichen? 

Ja, nein, vielleicht. Den Neuen kann ich anrufen. Der geht selbst um diese Zeit ran. Doch ich lasse ihm den Schlaf. Kaum Leidenschaft und Küsse. Nur beim Sex. Der und die Küsse sind dann gut. Sonst wirkt er schwul, fast unkörperlich. Aber beständig, lustig und zuverlässig. Er macht so einiges richtig mit mir. Er sieht nicht elegant aus und klug, wenn er tanzt ohne Schlafanzug, aber sexy. Wir mögen und verstehen uns, ich kenne das so nicht: Sonst trifft mich der Blitz und alles ist klar, doch Ausprobieren und Kennenlernen erscheint mir bizarr. 

Oder brauche ich zwei?

Kann sein. Wie Françoise Cactus, die tolle Sängerin, liebe ich Liebe zu dritt. Letztes Wochenende kam ich in den Genuss zweier Buben ohne Dame. Das war schön. Die Affäre mit X. offiziell beendet, gingen wir noch einmal gemeinsam aus. Bei Drinks sprachen wir über die Konstellation, die wir beide noch nicht erlebt hatten, dann spülten uns Nacht und Zufall Y. vor die Füße. Wir drei kannten uns bereits – nicht gut –, am nächsten Morgen besser. Wie angekündigt, schenkten die Herren einander keine Aufmerksamkeit, nur mir. Damit hatte ich kein Problem. Wunderbar vertraute Dreisamkeit im Morgengrauen, eine Erinnerung, die bleibt. Danke, Gespielen! 

Bin ich zu alt für Spielchen?

Definitiv. Trotzdem verspielt. Der Fremde müsste was können: Stabilität ohne Langeweile. Inspiration und Leidenschaft, Klugheit, Schlagfertigkeit, Offenheit und Witz. Geselligkeit wäre gut, Geld ist egal. Zukunft und Zusammenleben. Sicherheit mit Spaß ohne Angst. Geistige und körperliche Größe. Stil und Empathie. 
Ach, ach, Liebling.

A. 47


Der »Sex der Woche« wird anonym veröffentlicht. Wenn Du erzählen möchtest, wie es bei Dir kürzlich war, mail uns (mit Angabe Deines Alters) unter: text@palais-fluxx.de.
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