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Simone Glöckler | Zettelzeilen

Was ist denn nun…⠀
Wie, nichts…⠀
Warum machst du nicht…⠀
Hast du schon…⠀
Nein, etwa nicht…⠀
Wie willst du denn dann…⠀
Das ist ja…⠀
Was?⠀
Was ist das?⠀
Es ist nicht was,
es ist wer!⠀
Ich bin das.⠀
Ich bin da
und ⠀
mache
nichts.⠀

Ich habe Angst.⁣
Meine.⁣
Nicht deine,⁣
ihre, seine⁣
oder gar eure.⁣
Es ist meine Angst.⁣
Ganz langsam⁣
schlich sie hoch.⁣
Lange hat sie sich⁣
mein Spiel mit
der Hoffnung
angesehen.⁣
Einen Weg gefunden⁣
sich großzumachen.⁣
Und aufzuplustern.⁣
Ich gehe jetzt los.⁣
Meine Hoffnung suchen.⁣
Sie ist abgetaucht.⁣
Hoffentlich hat meine⁣
Hoffnung keine Angst⁣
vor meiner Angst.⁣⠀

Wir sehen es.⠀
Wir hören es.⠀
Wir spüren es.⠀
Das Rumoren,
den Niederschlag
die Klarheit.⠀
Nach dem Regen.⠀

Das
Leben.

Jahre
Jahrzehnte
Versuche
unzählige Gespräche
Kurz täuschen sie an,
biegen rechts ab.

Doch die Richtung ist
einspurig
die können wir nicht zu
zweit gehen.

Jahre
Jahrzehnte
nicht gewachsen.
Nur vom Unkraut
befreit.
Freigelegt ist nun
das Ende.

Ich stehe.⁣
Ich gehe.⁣
Ich verstehe.⁣
Ich vergehe.⁣
Ich komme wieder.⁣

Aufbruch.⠀
Abschied.⠀
Ankommen.
Bewegung.
Eile.
Hektik.
Umarmung.
Winken.
Lachen.
Tränen.
An den Gleisen,
zahlreiche
Vorhaben,
Absicht,
Gefühle,
Stimmungen,
Gedanken.

Mit dem Pfiff
gehts in die nächste
Runde.
Des Denkens,
Fühlens,
Vorhabens
und Reisens.
Doch nun.
Stillstand.
Stille.
Leere.
Starre.
An den Gleisen.
Kein Zug fährt
ins Irgendwo.
Trägt nichts
in die Welt.

Wann sehen wir
uns wieder? ⠀

Simone Glöckler ©ichgucklinks

Simone Glöckler gehört zum Kernteam des Palais F*luxx. Es begann mit Oden an ihre Freundinnen auf Instagram, schrieb eine Herbertstrassen-Lyrik und seither füllen sich Zettel mit Zeilen – zu allem und nichts.

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