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F*luxx Galerie | Kathrin Blanke

Kathrin Blanke

„Kunst ist für mich gleichbedeutend mit dem Ausdruck von Stimmungen und Gefühlen.“ Mit 45 Jahren hat die gebürtige Essenerin mit freier künstlerischer Arbeit begonnen. Und findet darin ihren Flow.

Den Startschuss gab die Aussage eines Freundes: „In der Kunst ist alles erlaubt“. Heute, sechs Jahre später, verbindet Kathrin Blanke in ihrer Reihe »public transport« den Mensch und die Mobilität im öffentlichen Raum. Auf den Rückseiten ausrangierter Schul-Landkarten und Original-Bustafeln entstanden diese Acryl-Zeichnungen von Menschen, die versuchen mit öffentlichen Verkehrsmitteln von A nach B zu gelangen.

»public transport«

Gab es ein Leben vor dem Künstlerinnendasein?
Ja, ich bin erst mit 45 zur Kunst gekommen. Klare Gestaltung liebe ich hingegen schon mein Leben lang.
Ich habe 1990 eine Ausbildung zur Druckvorlagenherstellerin Repro/Retusche begonnen und bis 2016 sehr gerne in dem Bereich gearbeitet. Heute bin ich in der glücklichen Position als freischaffende Künstlerin und Webdesignerin meine Zeit mit den Tätigkeiten zu verbringen, die mir wirklich Freude machen.

Welches Thema beschäftigt Dich und Deine Kunst?
Kunst ist für mich gleichbedeutend mit dem Ausdruck von Stimmungen und Gefühlen. Je mehr ich mich bei der Entstehung einer Arbeit auf ein Gefühl einlasse, umso klarer wird der Ausdruck, den jeder Betrachter in seinem eigenen Kontext wahrnimmt.

Manche Künstler*innen sagen, ihre Arbeit sei körperlich sehr anstrengend. Und, tut was weh?
Nein, wenn ich im Flow bin entspanne ich mich total. Es ist eher wie eine sehr gute Meditation.

Welches war Dein Aha-Erlebnis in Punkto Kunst?
Als ich 2016 einen Freund in seinem Atelier besuchte, sagte er zu mir „In der Kunst ist alles erlaubt“ – das war mein Startschuss.

Gibt es in Bezug auf Deine Arbeit ein Versäumnis, über das Du Dich ärgerst?
Nein, ich ärgere mich nicht wirklich. Manchmal wünsche ich mir, ich hätte direkt nach der Schule gegen den Willen meiner Eltern studiert. Letztlich sind solche Gedanken aber Zeitverschwendung, denn mein Weg hat mich trotzdem zur Kunst und in die beste Ateliergemeinschaft aller Zeiten geführt.

Wenn Du nicht künstlerisch arbeiten würdest, würdest Du…
… eine andere Beschäftigung finden, die mich in den Flow-Zustand versetzen kann.

Welche (Kunst)-Ikone würdest Du gern treffen? Worüber würdest Du mit ihr reden wollen?
Ich würde eine Zeitreise an die Bauhaus-Universität in den 20ern unternehmen und dort studieren und leben wollen.

Falls Du eine unvollendete Arbeit hast, bei der Du nicht sicher bist, ob Du sie fertigstellen wirst, welche ist das?
Das kann ich gar nicht sagen, die unvollendeten Arbeiten liegen bis zur nächsten Aufräum-Aktion in einer Schublade, wenn sie die Aktion überleben, gehe ich nochmal ran – ansonsten kann ich mich sehr gut von alten Versuchen trennen. Das befreit den Geist.

Was ist dir heilig?
Die Freiheit mir selber treu zu bleiben.

Was lässt Dich leuchten?
Klarheit und Inspiration

Lernen von den Fortgeschrittenen:
Die Muse küsst nicht zu jeder Minute am Tag. Womit lässt Du Dich in so einem Moment der inneren Leere inspirieren?
Drogen, Musik, oder…?
Weder noch, ich beginne mit einer Atelier-Aufräum-Aktion und fange dann einfach an auszuprobieren … die Zuversicht, dass aus der inneren Leere etwas Neues und Eigenes entstehen wird, gibt mir die Kraft, die innere Leere zuzulassen.

Unsere Galerie wird von Silke Tobeler kuratiert.

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