
Zum Erscheinen von „Leuchten, jetzt!“ mein Dank an Euch
Ich kenne wenige Dinge, die so viel mit den letzten Wochen einer Schwangerschaft gemein haben wie das Erscheinen eines Buches. Beziehungsweise das Warten darauf.
Wahrscheinlich, weil in beiden Fällen etwas die Welt erblicken wird, das in einem selbst erwachsen ist, bis es reif ist, in die Welt herauszutreten – auf dass andere ihm begegnen und Freundschaft schließen, es lieben oder sich abwenden, weil sie nichts mit ihm anzufangen wissen. „Ihm“, dem Kind, genauso wie dem Buch.
In beiden Fällen gilt, man wünscht ihm das Beste. Akzeptanz, Liebe, Anerkennung. Und für beide Fälle gilt, man hat es zwar ausgebrütet, man hat ihm den eigenen Körper – im Fall des Buches: den Kopf – zum Wachsen zur Verfügung gestellt, aber ohne andere, ohne ein Gegenüber würde nichts wachsen.
In meinem Fall sind es die Frauen* in meinem Leben – und mein Leben ist an dieser Stelle die Vielzahl der Frauen*, vor allem der Frauen* 47+, die mir überall begegnen. Auf der Straße und in der U-Bahn, im Fernsehen und am Urlaubsstrand, in den Reportagen aus anderen Ländern, dem Internet oder im Umkreis von Palais F*luxx. Vor allem dort.
Ohne Euch gäbe es dieses Buch nicht. Ohne Euch hätte ich die Erlebnisse nicht, die Eindrücke, die Beobachtungen. Ich hätte die Gedanken nicht, käme nicht auf meine Überlegungen und Feststellungen, würde die Stimmungen und Sehnsüchte nicht aufschnappen. Den Humor und die Derbheit, den Wagemut, die Abenteuerlust und die Lüsternheit. Aber auch nicht die Verzagtheit und die Ängste, den Blödsinn der Zurückhaltung, der uns eingeimpft wurde.
Ich käme nicht dahin, das alles in meinem Kopf einzulagern, um es immer wieder durchzuschütteln, auf dass es sich sortiert und seinen Platz findet und wachsen kann. Damit sich etwas heranbildet, das Struktur hat und als etwas Ganzes herauskommt, das ein Angebot ist. Oder in diesem Fall eine Anstiftung.
Wenn „Leuchten, jetzt!“ dieser Tage erscheint, dann ist das ein Buch über und für lebenserfahrene Frauen*. Es ist aber vor allem ein Buch von lebenserfahrenen Frauen*. Ich konnte nur aufgreifen, was Ihr mir gezeigt habt, was Ihr mir anbietet und lebt. In diesem Sinne ist es Euer Buch.
Aber natürlich ist es auch mein Buch, habe ich doch aus den Tiefen meiner Jackentasche das Juckpulver der Anstiftung, die Lust daran, Verhältnisse nicht als gegeben hinzunehmen, wie eine Nährlösung hineinfließen lassen.
Wenn ich alles richtig gemacht habe, ist mit „Leuchten, jetzt!“ etwas entstanden, das, bestens ausgestattet, wagemutig und resilient, mit Lust am Aufbruch und dem Kitzel des Abenteuers, unser Dasein als lebenserfahrene Frauen* neu denken lässt.
Für diese Möglichkeit danke ich Euch.
Silke
