
Barbarba Schnabel
Ich bin neugierig auf Menschen und auf die Frage, wie wir unser Leben gestalten – besonders dann, wenn die klassischen Drehbücher nicht mehr passen. Der Berliner Fluxxtisch ist kein Business-Netzwerk, kein Selbstoptimierungsprogramm und auch keine Kaffeekränzchen-Veranstaltung. Mich interessieren die Geschichten hinter den Lebensläufen, die Wendepunkte, die Neuanfänge und manchmal auch die Brüche.
Wir treffen uns an wechselnden Orten in Berlin und sprechen über alles, was Frauen in der Lebensmitte und darüber hinaus bewegt: Arbeit, Sinn, Beziehungen, Älterwerden, gesellschaftliche Veränderungen, neue Projekte oder die Frage, was eigentlich noch alles möglich ist.
Das Leuchtende? Für mich sind das Frauen, die bereit sind, ihren eigenen Weg zu gehen – auch wenn er nicht geradlinig verläuft.
Der Rausch?
Der entsteht, wenn aus einem Gespräch plötzlich eine neue Idee, eine Kooperation oder ein Perspektivwechsel wird.
Und die Revolte?
Die besteht vielleicht darin, sich weder von gesellschaftlichen Altersbildern noch von Erfolgsdogmen vorschreiben zu lassen, wie ein gutes Leben auszusehen hat.
Was es braucht, damit es weitergeht?
Neugier. Offenheit. Unterschiedliche Erfahrungen. Und die Bereitschaft, voneinander zu lernen statt übereinander zu urteilen. Mich beeindruckt immer wieder, wie viel Wissen, Lebenserfahrung und Kreativität in einer Gruppe von Frauen zusammenkommen, wenn niemand beweisen muss, wie erfolgreich, jung, souverän oder perfekt sie ist.
Der Fluxxtisch lebt davon, dass wir Fragen stellen, Erfahrungen teilen und auch über Themen sprechen, über die sonst oft geschwiegen wird – aus Scham, Unsicherheit oder weil wir glauben, damit allein zu sein.
Oft entsteht genau dort die größte Verbundenheit: Wenn Frauen merken, dass sie mit ihren Fragen, Brüchen und Neuanfängen nicht allein sind.
Warum sollte Frau kommen?
Weil das Leben mit 50, 60 oder 70 nicht fertig erzählt ist. Im Gegenteil: Oft wird es gerade dann besonders spannend.
